Premiere 18.März 2017

von Michel Decar

Rheinisches Landestheater Neuss

Regie Nicole Erbe
mit Linda Ribau (Jenny Jannowitz)
Pablo Guaneme Pinilla (Karlo Kollmar)
Reinar Scharenberg (Dr. Pappeldorn)
Hergard Engert (Mutter)
Josia Krug (Oliver Eulenberg)
Anna Lisa Grebe (Sibylle)

Dramaturgie: Alexandra Engelmann

Fotos @ Björn Hickmann

Pressestimmen:

nachtkritik, 19.03.2017

„Jenny Jannowitz“ ist in der Regie von Nicole Erbe nun eine musikalische, sehr genau rhythmisierte Aufführung geworden und gerade so boulevardesk, wie es notwendig ist. […]
Karlo Kollmar wird gespielt von Pablo Guaneme Pinilla, der immer wieder eindrückliche Momente kindlicher Sensibilität und tief empfundener Ausweglosigkeit zeigt.
Unendlich müde ist er, und so verschläft Karlo auch mal eine ganze Jahreszeit – denn Schlaf ist das wahre Luxusgut unserer Epoche.

TRAILER

Hat Karlo Kollmar die Zeit überholt oder war die Zeit schneller als er? Jedenfalls glaubt er, den kompletten Winter verschlafen zu haben, wird aber für besondere Arbeitsleistungen mit Sonderurlaub belohnt:

Die Zeitökonomie an seiner Arbeitsstelle ist perfekt, es gibt in nächster Zeit nichts zu tun.
Karlos Freundin Sibylle heißt im Handumdrehen Sabine und plant, dass endlich mal Zeit für einen gemeinsamen Salat ist. Je exotischer die Reiseziele seiner Mutter sind, desto häufiger wechselt sie die Lebenspartner. Karlo selbst war gerade noch an der Spree und ist schon an der Elbe oder doch in Wien. Schließlich sind es nur noch fünf Minuten bis Dubai. Ist er eben noch fünfundzwanzig gewesen, feiert er seinen zweiunddreißigsten Geburtstag und wird von der rothaarigen Simone oder von Susanne mit der guten Figur verlassen. Sein Freund Oliver übernimmt ganz selbstlos Karlos Freundin und Arbeitsplatz.
Endlich möchte sich Karlo bei seinem Chef beschweren, doch der heißt längst nicht mehr Doktor Pappeldorn sondern Patuschka. Allein bei jeder Begegnung Karlos mit Jenny Jannowitz scheint die Zeit anzuhalten, nur um anschließend schneller zu rasen.

Michel Decar hat den Begriff des ‚Flexiblen Menschen‘ der Gegenwart beim Wort genommen und auf die Spitze getrieben. Sein Held Karlo Kollmar, ein Mann ohne besondere Eigenschaften, ist permanent tapfer auf der Suche nach einer verlorenen Zeit. Decars Tragikomödie blickt satirisch auf die anhaltende Beschleunigung und die Selbstoptimierung, die nötig ist, um ihr standzuhalten.