Grenz-Echo 28.10.10....Am Samstagabend gab es vor dem großen Bühnenereignis die »Collection of Memories« quasi als Aperitif. Die deutsch-belgische Compagnie Nicole Erbe & fanerose öffnete im Foyer des Jünglingshauses ihren Erinnerungsshop. Olle Kleider, abgetragene Schuhe und Objekte, die der Schreck des Dachbodens oder der Rumpelkammer sind: ein knatschgrüner Lampenschirm mit Troddeln, schreiend bunte Wandverunstalter in Bilderform und ähnlich Hässliches. Bei ihr könne jeder seine Erinnerungsstücke abladen, bot die Performancekünstlerin Evelyne Verhellen dem Publikum an. Ganz nach Wunsch des Gebers werde sie mit dem Stück verfahren, es sorgsam hüten, weiter verschenken oder es zerstören.

Ein erstaunliches großes Interesse entwickelten die Besucher für die Kollektion der Erinnerungen. Noch am späten Abend war der Stand umringt. Die fremden Erinnerungsstücke wurden begutachtet und betastet und die Künstlerin musste die dazugehörige Geschichte erzählen. Während der Performance hatte sie zum Hammer gegriffen, um einer Trompete den Garaus zu machen.

»Ihr ehemaliger Besitzer bat mich, sie möglichst langsam, in mehreren Phasen zu zerstören«, verriet sie. Auch Gäste griffen zur Säge und zum Hammer, um einem mitgebrachten Stuhl zu Kleinholz zu machen, einen Laptop zu vernichten.

»Ihr ehemaliger Besitzer bat mich, sie möglichst langsam, in mehreren Phasen zu zerstören«, verriet sie. Auch Gäste griffen zur Säge und zum Hammer, um einem mitgebrachten Stuhl zu Kleinholz zu machen, einen Laptop zu vernichten.

 

Auch traurige Geschichten hatte die Künstlerin zu bieten. Eine Frau, die Alzheimer kommen sieht, habe sie gebeten, drei ihr besonders wichtige Erinnerungen am Leben zu erhalten. Dazu bedurfte es der Hilfe des Publikums. Ein Foto wurde herumgereicht, und das Publikum sollte sich die Namen der drei Töchter dieser Frau einprägen. Dann ein Lied, das ihre Mutter immer gesungen habe. Und die dritte Erinnerung, die nicht sterben sollte: Ich mag keinen Pudding.